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sprungbrett

Wie Du eine Krise als Sprungbrett für etwas Gutes nutzen kannst (inkl. Coachingtechnik)

Erstmal etwas sehr Persönliches: In den letzten Wochen bin ich durch eine schwere Krise gegangen. Meine Frau und ich haben uns getrennt.

Wie ich im Video unten erläutere, hatte es schon monatelang vorher gekriselt. Ich hatte das Gefühl gehabt, dass unsere Beziehung nicht stimmig war, konnte mich aber nicht zur einer Trennung durchringen – bis meiner Frau verständlicherweise der Kragen platze, und es blitzschlagartig zum Aus kam. Ich stand quasi von jetzt auf gleich auf der Straße.

Das war heftig: Keine Wohnung mehr. Getrennt von meinen Kindern. Plus der Kummer der Trennung.

Als ob das nicht gereicht hätte, ereilte mich eine Pechserie, die mich an einigen ziemlich wunden Punkten traf (im Video schildere ich ab Minute 2.54 einige, aber keineswegs alle Erlebnisse).

Zum Beispiel wurde mir mein frisch gekauftes Fahrrad geklaut. Das war damit das Dritte innerhalb von 12 Monaten! Einmal ist Pech. Zweimal ist schon sehr ärgerlich. Aber dreimal? Was für ein Karma ist das denn, bitte schön?

Je mehr Hiobsbotschaften dieser Art auf mich einprasselten, desto ohnmächtiger fühlte ich mich. Warum in aller Welt passierte mir das?

Der letzte Schlag ereilte mich rund eine Stunde vor meiner letzten bigshift.live Show: Eine wunderschöne Wohnung hatte mir jemand in letzter Minute einfach weggeschnappt.

Und das tat vor allen Dingen deswegen weh, weil ich schon beim Betreten der Wohnung das Gefühl gehabt hatte: „Das ist sie“. Bei der passte einfach alles: Lage. Ausstattung. Preis. Und weil ich oft genug erlebt hatte, wie genau das Richtige mit Leichtigkeit zu mir gekommen ist, hatte ich mich darauf verlassen, dass das klappt.

Aber nun fühlte ich mich selbst: verlassen.

Und genau das war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen sollte.

WARUM PASSIERT MIR DAS?

In mir keimte eine herbe Wut auf. Ich war stinksauer. Aber auch frustriert. Enttäuscht. Hilflos. Verängstigt. Voller Schuldgefühle. Nervlich durch. Und natürlich: traurig.

Tränen schossen mir in die Augen. Ich konnte kaum noch klar denken.

Aber: Die Uhr tickte.

In einer Stunde sollte ich online gehen. Und live einer Frau zur Seite stehen, die selbst Kummer hatte.

Wie sollte das gehen?

Einfach heucheln und so tun, als ob nichts wäre?

Nein!

Absagen?

So kurz vor dem Start?

Ich wusste nicht, was tun.

In meiner Not rief ich eine gute Freundin an. Und da sie meine Arbeit kannte, fragte sie mich direkt: „Was sagt Deine „Innere Stimme“ dazu?“

„Keine Ahnung“, erwiderte ich patzig.

„Warum nicht?“, hakte sie nach.

Weil ich nicht nur aggro war. Sondern mich auch schuldig fühlte.

Mag sein, dass am Scheitern einer Beziehung immer zwei Leute beteiligt sind: Die Trennung war initial von mir aus gegangen. Ich war hier nicht das arme Opfer. Sondern, wenn schon, der Täter.

Das alles rumorte in mir, ohne dass ich es so klar auf dem Schirm hatte, wie ich es Dir jetzt schreibe.

„Egal“, sagte meine gute Freundin, „was sagt Deine Innere Stimme?“

Ich atmete tief durch.

Die Zeit lief. Bis zur Show waren es keine 40 Minuten mehr.

Ich wollte meine Augen schließen und nach Innen gehen. Aber etwas wehrte sich in mir.

Eine Art Ohnmacht: Was soll das denn bringen? Ich hatte den Eindruck, dass hier Kräfte am Werk waren, die größer waren als ich.

„Geht nicht“, sagte ich.

Meine Freundin ließ nicht locker: „Los jetzt, frag Deine Innere Stimme.“

Während ich laut aufstöhnte, klopfte höflich ein Gedanke an: Was war ich eigentlich für ein Coach, wenn ich jetzt nicht befolgte, was ich anderen Leuten predigte?

Damit kriege ich mich immer.

Ich schloss die Augen.

Nahm Kontakt auf.

Und stellte meine Frage: Warum passiert mir das?

Ein kurzer Augenblick Schweigen.

Dann hörte ich eine Frage.

„Wie lange willst Du noch rumopfern“, fragte mich meine Innere Stimme.

Wie bitte?

„Du stellst die falsche Frage, Martin“, sagte meine Innere Stimme. „Statt Dich zu fragen, warum Dir das alles passiert, schlage ich Dir eine andere Frage vor.“

Aha. Welche, bitte schön?

„Wofür ist es gut?“

Hä?

„Du leidest gerade unter Selbstmitleid, Martin. Mit der Frage „Warum passiert mir das?“ machst Du Dich zum Opfer. Du machst Dich damit schwach und in Gedanken handlungsunfähig. Erkenne, dass Du in der Situation die volle Verantwortung trägst. Einiges hast Du selbst herbeigerufen, und für diesen Teil trägst Du eine Form der Verantwortung. Einiges ist Dir widerfahren, und dafür trägst Du eine andere Form der VerANTWORTung. Wie antwortest Du auf diese Herausforderungen?“

In dem ich jammere, wurde mir siedendheiß bewusst.

Ein liebevolles Gefühl, in das eine wohltuende Note von Versöhnung und Vergebung verwoben war, begann mich zu durchströmen: „Kein Grund, Dich deswegen zu verurteilen, Martin“, ließ mich meine Innere Stimme wissen.

Das tat gut.

Verdammt gut, sogar.

Etwas Zuversicht begann sich in mir zu räkeln.

Bilder poppten nun vor meinem geistigen Auge auf.

Ich war gesund. Das Büro, in dem ich stand, war wunderschön. Die Menschen, mit denen ich zusammenarbeitete, standen mir gerade jetzt alle voll zur Seite.

Erinnerungen stiegen empor, wie gut die Leute in meinem privaten Umfeld reagiert hatten.

Bis auf einige, sehr wenige Ausnahmen, die mich verurteilt hatten, reagierten die Allermeisten verstöndnisvoll, hilfsbereit und aufmunternd.

Ich sah auf die Uhr.

Noch 30 Minuten bis zur Show.

„Du hast das alles so gewählt, Martin“, erläuterte meine Innere Stimme, „damit Du in Deine Kraft kommst. Nutze Deine momentane Situation als Sprungbrett für etwas Besseres. Wenn Du Dich auf die Frage „Wofür ist es gut?“ konzentrierst, findest Du neue Wege.“

Sie hatte recht.

Natürlich waren die Rückschläge, die ich erlitten hatte, alles andere als erfreulich. Natürlich war es menschlich, dass ich mich in der Situation überfordert fühlte.

Mich aber als Opfer fremder Kräfte zu positionieren, verbesserte: nichts.

Im Gegenteil. Dadurch wurde es noch schlimmer.

Und noch etwas wurde mir bewusst: Ich hatte mich mit der Opferhaltung selbst geschwächt. Die Hilflosigkeit. Der Frust. Die Wut. Alles hausgemacht.

Also lag es doch auch in meiner Hand, mich zu stärken.

Wie konnte ich die Situation jetzt nutzen?

Nun: Zum ersten war gleich Show.

Wofür war das gut?

Vielleicht konnte ich in der Show in der Arbeit mit der Frau auch etwas für mich lernen?

Solange die Innere Stimme mich dabei begleitete: Kein Problem.

Gebongt. Die Show ziehe ich durch.

Dann: Wofür konnte ich das Alles jetzt noch nutzen?

Vielleicht, schoss es mir durch den Kopf, konnte ich meine Opfer-Gedanken und -Gefühle studieren, um noch ein bisschen mehr übers Opferdenken zu lernen – und das in einer der nächsten Shows kredenzen?

Ebenfalls: Gebongt!

Ein erstes Ergebnis siehst Du unten.

Und die Show, die ich übrigens an dem Abend gab, kannst Du Dir hier ansehen.

Sie brachte mich in der Tat auf neue Aspekte, die ich ebenfalls in dem Mitschnitt oben verarbeitet habe.

Das Ganze ist übrigens jetzt zwei Wochen her, in denen sich noch einiges mehr getan hat.

Das Geld für das geklaute Fahrrad habe ich eine Woche nach der Show vollständig zurück erhalten.

Vorgestern habe ich die Schlüssel für meine neue Wohnung bekommen. Genau so gute Ausstattung wie mein erster Wunschkandidat. Aber noch bessere Lage. Und ein viel schönerer Ausblick.

Maren und ich haben einen sehr liebevollen Umgang miteinander gefunden, die Trennung gut zu meistern (und damit an dieser Stelle ein großes Danke an Maren, ohne die das nicht möglich wäre.)

Mit den Kids hatte ich in den letzten Wochen eine richtig gute Zeit. Und auch wenn die Situation gewiss nicht immer einfach für sie war und ist: Sie machen mittlerweile schon Scherze, wie sie sich mit dem „Trennungsschmerz“-Argument um Hausaufgaben und ähnlich Unangenehmes drücken können.

Keine Ahnung, wieso, aber sie kennen ganz offensichtlich schon längst die magische Frage, die mir die Innere Stimme erst noch auf dem Silbertablett servieren musste: Wofür ist es gut?

(PS: Hier noch ein Update über den Stand der Dinge ein paar Wochen später)

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61 Kommentare

  1. Raum für Euch

    Hallo Martin,
    Dein Artikel schildert so eindrücklich, dass am Ende das, worauf man sich einlässt, Entwicklung bedeutet – für das Paar und für die (Ex-)Partner.
    Herzliche Grüße
    Alexander und Maren von http://www.raumfuereuch.com

    Antworten
  2. Alexandra Scheuerer

    Wow Martin,
    erstens Respekt vor Deinem Mut, Dich hier so offen zu zeigen!
    Zweitens lieben Dank für die Erinnerung an die RICHTIGE Frage: Wofür ist das gut? Tatsächlich kann ich diesen Hinweis gerade super gebrauchen !!!
    Und drittens Gratulation zu Deinem Umgang damit (Du hast den richtigen Menschen angerufen, der Dich „gelenkt hat) – es ist nämlich tatsächlich – weil wir eben alle Menschen sind – nicht so einfach, das, was man selbst „predigt“ auch umzusetzen, wenn man selbst in der Mitte der Suppenschüssel sitzt 😀
    Also – Hut ab und ein liebes Dankeschön 🙂

    Antworten
  3. Christian

    Hallo Martin, vielen Dank für diese berührende Geschichte aus deinem Leben.
    Du bist für mich eine große Inspiration.
    LG, Christian

    Antworten
  4. Gina Haschke

    Deine Zeilen haben mich sehr berührt aber auch schockiert. Es ist ja gefühlt zumindest noch nicht lange her, wo Du eine Zusammenarbeit mit Deiner Maren angestrebt, Fotos von Haus und glücklichen Kindern ins Netz gestellt hast.
    Was ist passiert!?
    Ich, systemische Beraterin/Therapeutin empfehle den regelmäßigen „Paar-TÜV“.
    Das Auto wird stets in regelmäßigen Abständen gewartet, einer „Kontrolle“ unterzogen, aber warum die Beziehung nicht?
    Wir Menschen verändern uns, entwickeln uns ständig weiter, sind so vielen anderen Einflüssen und Meinungen, Bewertungen etc. ausgesetzt. Nichts bleibt wie es war.
    Partnerschaft ist mit dem Tanz eines Mobiles vergleichbar. Wichtig ist in Kontakt zu bleiben, im stetigen Austausch zu bleiben und…
    War dieser radikale Cut wirklich notwendig oder ist es eine Trennung auf Zeit? Letzteres kann gut sein, jedoch nur wenn man sich weiterhin umeinander bemüht.
    Ich hoffe, für Euch auf eine gute, bzw. auf die „richtige“ Lösung/Entscheidung.

    Antworten
    • Martin Weiss

      Ich stimme Dir zu: Es ist wirklich wichtig, sich umeinander zu bemühen – egal, was für eine Art der Trennung geschieht.

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